Peirce setzt bei Krypto-Identitäten auf Zero-Knowledge-Proofs

Christian Becker
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Lead Krypto-Analyst

Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.

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Peirce setzt bei Krypto-Identitäten auf Zero-Knowledge-Proofs

Die scheidende SEC-Kommissarin Hester Peirce hat am Mittwoch bei der SIFMA Digital Assets Conference in New York eine grundlegende Abkehr vom bestehenden KYC/AML-Modell gefordert. Ihr Argument: Je mehr persönliche Daten Aufsichtsbehörden und Finanzinstitute anhäufen, desto größer wird das Angriffsziel für Hacker – ohne dass die Erkennungsquote für Kriminelle tatsächlich steigt. Peirce vertrat damit eine eigene politische Position; ein Konsens der Kommission für diesen Ansatz ist nicht belegt. Wie die geplante Neuausrichtung der SEC-Kryptoregeln unter Chairman Paul Atkins zeigt, befindet sich die Behörde derzeit ohnehin in einem regulatorischen Umbruch, in den solche Debatten fallen.

Kryptografie statt Datenhaufen

Peirce beschrieb das bestehende Modell als eine Strategie des „immer größeren Heuhaufens“: Man sammle beständig mehr Daten in der Hoffnung, darin gelegentlich eine Nadel zu finden – dabei mache genau dieser wachsende Heuhaufen das Auffinden der Nadel immer schwerer. Als Alternative brachte sie Zero-Knowledge-Proofs ins Spiel, ein kryptografisches Verfahren, das einen Sachverhalt bestätigen kann, ohne die zugrunde liegenden Daten preiszugeben. Kombiniert mit attributbasierten Nachweisen ließe sich etwa belegen, dass eine Person ein bestimmtes Alter erreicht hat oder nicht auf einer Sanktionsliste steht, ohne Name, Einkommen oder Adresse offenzulegen.

Peirce warnte ausdrücklich vor „Datenmaximalisten“, die reflexhaft davon ausgehen, mehr Datensammlung sei immer besser. Ihrer Auffassung nach droht das Gegenteil: Wenn Aufsicht, Intermediäre und Institutionen weiter parallel Daten anhäufen, verwandelten sich die Finanzströme in ein Überwachungssystem, das sie als Panoptikum bezeichnete. Ergänzend verwies Peirce darauf, dass öffentliche Blockchains schwerer zu manipulieren seien als klassische Papierakten – ein Punkt, der auch in Überlegungen zu Blockchain-basierten Wertpapierregistern der SEC anklingt.

Datenlecks als Warnsignal

Der Zeitpunkt der Rede ist kein Zufall. Laut dem Bericht von Decrypt hatte Fintech-Anbieter Revolut zuvor nach einer betrügerischen Behördenanfrage Pässe und vollständige Bitcoin-Transaktionshistorien von Kunden offengelegt. Auch Hardware-Wallet-Hersteller Trezor war von Sicherheitslücken bei einem Drittanbieter betroffen, wodurch Zehntausende Kundendaten kompromittiert wurden und anschließend Phishing-Angriffe ausgelöst wurden. Solche Vorfälle haben die Sorge vor sogenannten „Wrench Attacks“ verstärkt – physischen Angriffen auf Krypto-Halter, deren Identität und Vermögen durch Datenlecks öffentlich geworden sind.

Peirce gilt seit Langem als kryptofreundlichste Stimme der SEC und hat wiederholt die frühere „Regulierung durch Durchsetzung“ der Behörde kritisiert. Ihre aktuelle Position fügt sich in diese Linie ein und richtet den Fokus auf die technische Architektur der Identitätsprüfung selbst.

Ein Vorschlag, keine SEC-Politik

Konkret forderte Peirce ein regulatorisches Rahmenwerk, das attributbasierte Verifikation ausdrücklich zulässt und fördert. Statt dass jedes Institut dieselben sensiblen Datensätze separat kopiert und speichert, könnten Unternehmen auf Drittanbieter zur Identitätsprüfung zurückgreifen. Wie sich dieser Vorschlag institutionell weiterentwickelt, bleibt offen: Peirce scheidet aus der Kommission aus, und ihre Nachfolger sowie die übrigen Kommissionsmitglieder haben sich bislang nicht auf diese Linie festgelegt. Auch mit Blick auf die angekündigten Reformen unter SEC-Chairman Paul Atkins ist derzeit unklar, ob Zero-Knowledge-basierte Verifikation Eingang in verbindliche Regeln findet. Bis dahin bleibt Peirces Rede ein pointierter Debattenbeitrag – kein neues Gesetz und keine formale Regeländerung.

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Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.