Bitget verlagert Sicherheiten in Schweizer Bankverwahrung

Christian Becker
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Christian Becker
Lead Krypto-Analyst

Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.

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Bitget verlagert Sicherheiten in Schweizer Bankverwahrung

Die Kryptobörse Bitget hat sich an die außerbörsliche Verwahrungsplattform der Schweizer Bank Sygnum angeschlossen. Institutionelle Kunden können damit Spot- und Derivatepositionen handeln, während ihre Sicherheiten nicht mehr auf der Bilanz von Bitget liegen, sondern unter regulierter Verwahrung von Sygnum in der Schweiz — getrennt verwahrt und laut Schweizer Bankrecht insolvenzgeschützt. Der Saldo wird bei Bitget lediglich gespiegelt und bleibt für den Handel verfügbar.

Die Ankündigung fiel in eine Woche, in der laut Berichten des Portals Cryptoslate ein Auszahlungsstopp bei Bitget nach einem mutmaßlichen Wallet-Vorfall für Aufsehen sorgte. Ob und wie die Sygnum-Integration mit diesem Vorfall zusammenhängt, lässt sich aus den bislang vorliegenden offiziellen Angaben von Sygnum und Bitget nicht ableiten — die Bank äußert sich ausschließlich zum institutionellen Geschäft.

Wie das Protect-Modell funktioniert

Sygnum zufolge wickeln Börsen, die an die Plattform Protect angebunden sind, inzwischen mehr als die Hälfte des weltweiten Spot- und Derivatevolumens gegen bankverwahrte Sicherheiten ab. Als Kollateral akzeptiert Protect Bitcoin, Ether, Stablecoins und US-Staatsanleihen, deren Renditen laut Sygnum einen Teil der Kosten kompensieren — ein Vorteil gegenüber nicht-bankgebundenen Verwahrmodellen.

Bitget selbst bedient nach eigenen Angaben mehr als 125 Millionen Nutzer in über 150 Ländern und zählt beim Derivatevolumen zu den größten Plattformen überhaupt. Wichtig ist dabei die Einschränkung: Das Protect-Modell betrifft ausschließlich institutionelle Kunden, die sich bei Sygnum onboarden. Wie Retail-Guthaben im Ernstfall behandelt würden, bleibt offen — ein Unterschied, der sich auch in den ohnehin begrenzten Schutzmechanismen für Privatanleger zeigt, auf die europäische Aufsichtsbehörden wiederholt hingewiesen haben.

Das Logo von Bitget mit dem Slogan „Trade smarter“ auf dunklem Hintergrund.
Logo der Krypto-Handelsplattform Bitget.

Einordnung: Verwahrung als institutionelle Infrastruktur

Sygnum startete Protect im April 2024. Nach Angaben der Bank wuchsen die verwalteten Vermögenswerte 2025 um mehr als 900 Prozent und überschritten die Marke von einer Milliarde US-Dollar — damit sei Protect die größte bankbetriebene Plattform ihrer Kategorie. Sygnum beschreibt die Entwicklung als Übergang von einer Nischenabsicherung für vorsichtige Handelstische hin zu einer institutionellen Standardinfrastruktur.

Thomas Eichenberger, Executive Vice President der Sygnum-Gruppe, sieht in der Off-Exchange-Verwahrung mittlerweile das Rückgrat der Abwicklung institutioneller Digital-Asset-Geschäfte. Bitget-Geschäftsführerin Gracy Chen erklärte, die Konvergenz großer Handelsplätze zu bankähnlicher Verwahrung entwickle sich rasch zum von Institutionen erwarteten Standard. Wie belastbar dieser Standard im Ernstfall ist — etwa wenn eine Börse wie im Fall der Coinex-Schließung mit befristeten Auszahlungsfenstern operativ unter Druck gerät — lässt sich aus den öffentlichen Sygnum-Materialien allein nicht ablesen.

Was als Nächstes zu klären ist

Offen bleibt, ob bei Bitget tatsächlich ein Auszahlungsstopp verhängt wurde, welchen Zeitraum er betraf und welche Kundengruppen davon betroffen waren. Ebenso ungeklärt ist, ob bei Sygnum verwahrtes institutionelles Kollateral in einen solchen Vorfall involviert war und nach welchen vertraglichen Bedingungen eine Freigabe erfolgen würde. Die vorliegende Sygnum-Ankündigung selbst liefert weder einen Auszahlungsfahrplan noch ein Datum zur Klärung des Vorfalls.

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Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.