Polymarket vor Gericht: New York fordert Geld und Restitution

Christian Becker
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Christian Becker
Lead Krypto-Analyst

Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.

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Polymarket vor Gericht: New York fordert Geld und Restitution

New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James hat am 24. September 2026 Klage gegen die Prognoseplattform Polymarket eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen betreibe in New York ohne die erforderliche Lizenz eine illegale Glücksspieloperation. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte sie Polymarkts Fähigkeit, in New York und darüber hinaus in den USA tätig zu sein, ernsthaft einschränken.

Vorwurf und geforderte Rechtsfolgen

Die Klage verlangt laut der Berichterstattung von ABC News, dass ein Gericht Polymarket zur Herausgabe von Geldern, zu Restitutionszahlungen und zu Geldstrafen verpflichtet. Der Schritt ähnelt in Struktur und Argumentation der zuvor von James' Büro eingereichten Klage gegen den konkurrierenden Prediction Market Kalshi.

Polymarket war im Dezember 2025 offiziell in den USA gestartet, zunächst mit Wetten auf Sportereignisse, später erweitert um aktuelle Ereignisse und Wettermärkte. Laut einer in der Berichterstattung zitierten Schätzung könnte die Plattform 2026 ein Handelsvolumen von mehr als 70 Milliarden US-Dollar erreichen – mehr als das Dreifache des Volumens von 2025. Wie Polymarket als Prognosemarkt funktioniert, haben wir bereits eingeordnet.

Screenshot der Polymarket-Benutzeroberfläche mit einer Vorhersagemarkt-Abstimmung zu einer Stranger-Things-Episode.
Die Benutzeroberfläche der Vorhersageplattform Polymarket.

Die internationale, in Panama registrierte Website der Plattform soll in den USA eigentlich gesperrt sein, die US-Version bietet entsprechend weniger Märkte und schließt etwa Wetten auf Kriege aus. Dennoch gibt es laut ABC News Hinweise darauf, dass zahlreiche US-Nutzer über VPN-Verbindungen Zugriff auf die internationale Plattform erhalten. James argumentiert, dass die Ergebnisse der angebotenen Wetten unsicher, außerhalb der Kontrolle der Nutzer oder vom Zufall abhängig seien und damit die rechtliche Definition von Glücksspiel erfüllten. Polymarket hält dagegen, seine Event-Kontrakte seien bundesrechtlich regulierte Derivate außerhalb der Reichweite einzelstaatlicher Glücksspielgesetze.

Prediction Markets zwischen Glücksspiel- und Derivaterecht

Polymarket ist im Kern eine Plattform, auf der Nutzer auf den Ausgang von Sportereignissen, politischen Entwicklungen oder Wetterphänomenen setzen können. New Yorks Glücksspielrecht verbietet dabei ausdrücklich Wetten auf Spiele mit New Yorker College-Teams sowie jegliche Sportwetten für Personen unter 21 Jahren. James begründet die Regeln damit, problematisches Glücksspiel zu verhindern und die Finanzierung von Bildungs- und öffentlichen Programmen zu sichern.

Genau an diesem Punkt prallen zwei Rechtsauffassungen aufeinander: Während New York die Angebote als klassisches Glücksspiel einstuft, das eine Lizenz der New York State Gaming Commission samt Steuerpflicht erfordert, pocht Polymarket auf den Status regulierter Finanzderivate. Wie ungeklärt diese Frage international bleibt, zeigt auch der Streit um die Zulassung von Prognosemärkten in der EU. In den USA wiederum berührt die Debatte auch die Diskussion um Sportwett-Kontrakte im Rahmen der Abstimmung über den Clarity Act im Senat.

Politische Rückendeckung und Polymarkts Reaktion

Neal Kumar, Chief Legal Officer von Polymarket, kündigte an, dass das Unternehmen die Klage bekämpfen werde, und bezeichnete sie sinngemäß als recycelte Wiederholung der Kalshi-Klage. Gleichzeitig signalisierte er Gesprächsbereitschaft mit der Generalstaatsanwaltschaft über Verbraucherschutz sowie faire und transparente Märkte.

New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul stellte sich hinter die Klage und warf Polymarket vor, durch den Betrieb ohne Lizenz New Yorker Bürgerinnen und Bürger zu gefährden, insbesondere Minderjährige, die als besonders anfällig für problematisches Spielverhalten gelten. Konkrete Marktreaktionen oder Handelsdaten zu diesem Vorwurf liegen bislang nicht vor.

Kathy Hochul spricht an einem Podium neben anderen Personen.
Gouverneurin Kathy Hochul bei einer öffentlichen Veranstaltung.

Was als Nächstes droht

Der Antrag der Klage sieht vor, dass ein Gericht Gelder einzieht beziehungsweise verteilt und zusätzlich Restitution sowie Geldstrafen anordnet. Wie ein Gericht letztlich entscheidet, ist offen. Sollte New York obsiegen, könnte Polymarket laut ABC News gezwungen sein, Milliardenbeträge zu zahlen und seine Funktionsweise landesweit anzupassen – ein Präzedenzfall, der weit über den Bundesstaat hinaus Signalwirkung für Krypto-Prognosemärkte entfalten dürfte.


🔗 Auch interessant: Berichterstattung von ABC News zur Klage gegen Polymarket


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Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.